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Eisenbahnen bilden nicht allein Infrastrukturen. Ihre Schienennetze erzählen auch Geschichten des Kolonialismus und seiner Folgen, so die These der Kuratorin Adania Shibli. Auf ihre Einladung schreibt der Schriftsteller und Filmemacher Philip Rizk über seine Reise von Berlin bis an die Grenze Syriens im Sommer 2017, inspiriert von Alexander Berkman (1870–1936), Anarchist und wichtige Figur des damaligen Widerstandes gegen den US-amerikanischen und russischen Imperialismus, der vor fast 100 Jahren auf den Schienen der Bagdad-Bahn reiste. Zum Beitrag auf Englisch...

Per Zug von Berlin nach Bagdad, von Damaskus nach Mekka: heute kaum vorstellbar – doch das war nicht immer so. Die Autorin und Kulturwissenschaftlerin Adania Shibli über die Geschichte(n) hinter ihrem Programm „After the Wildly Improbable“, über verbotene Bücher, die Utopie des Reisens und Schienen als Zeugen. Zum Beitrag...

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts verschrieb sich der Russische Kosmismus dem Ziel physischer Unsterblichkeit und Wiederauferstehung mithilfe technologischer Mittel. Die Kosmisten waren Wegbereiter der Raumfahrt und strebten die Kolonisierung des Universums durch den Menschen an. Der Künstler Anton Vidokle und der Künstler und Museologe Arseny Zhilyaev sprechen im Journal über Bio-Kosmismus, eine Kunst ohne Tod und das Museum als möglichen Ort einer kuratierten, transhistorischen Wiederauferstehung. Zum Beitrag...

Wo enden Toleranz und Laissez-faire? Wann werden Schweigen und Auslassungen zu Gewalt? Die Schriftstellerin Taiye Selasi thematisiert in ihren afrofuturistischen Erzählungen und Romanen gesellschaftlich akzeptierte Formen des Wegsehens und des Nicht-Einmischens. Der Kulturtheoretiker David Theo Goldberg blickt auf rassistische und identitär motivierte Gewaltauslassungen, während der Historiker Achille Mbembe der Normalisierung des strukturellen Verlassens ganzer Bevölkerungsgruppen auf den Grund geht. Die Schriftstellerin Jessica Lauren Elizabeth Taylor fasst ihre Positionen zusammen und skizziert verschiedene gesellschaftliche Phänomene vor dem Hintergrund steigender Gewaltpotenziale. Zum Beitrag auf Englisch...

Wie könnte Schule anders sein? Vor 100 Jahren mobilisierte die Zukunft der Bildung die Imagination von Künstler*innen und Wissenschaftler*innen. Heute hingegen mangelt es oft an Vorstellungskraft, wenn es um alternative Zukunftsentwürfe gehen soll. Wie geht Schule mit dem Wandel der Zeit um, mit Digitalisierung und anderen Herausforderungen? Und wie entwickeln Schüler*innen wie Lehrkräfte eine neue Handlungsfähigkeit? Ein Bericht über die Konferenz „Schools of Tomorrow“. Zum Beitrag...

Mehrsprachigkeit und Diversität sind mittlerweile an vielen Schulen selbstverständlich. Der unverkrampfte Umgang damit jedoch noch lange nicht. Jugendliche von zehn bilingualen Berliner Europa-Schulen suchten zwischen Dezember 2016 und Mai 2017 mit dem Projekt „Neue Expert*innen!“ nach alternativen Bildern und Erzählungen, die ihrem komplexen Alltag gerecht werden. Zum Beitrag...

Geschichte wird oft als eine einzige, offizielle Erzählung gehandelt. Der Künstler IM Heung-soon blickt für seine Arbeiten unter die Oberfläche solch monolithischer Narrative und sucht nach den persönlichen Geschichten und einzigartigen Erfahrungen der vielen Individuen, die diesen zugrunde liegen. Mit Miki Kanai spricht er über die Bedeutung von Interviews für seine Arbeit, über Geschichten, die sich mit Worten nicht erzählen lassen und die Bedeutung von Respekt. Zum Beitrag auf Englisch...

Die Großbaustelle hat ausgedient, so Maik Novotny. Mit Blick auf Rimini Protokolls Gesellschaftsmodell Großbaustelle (Staat 2) analysiert der Architekturkritiker den Kampf um die Schalthebel des Bauens zwischen Top Down und Bottom-up, problematische (Schein-)Beteiligungen der Öffentlichkeit und jüngste Fanale des Scheiterns. Ein Plädoyer für die Kleinbaustelle. Zum Beitrag...

Öffentliche Großbaustellen sind ein Phänomen der Zeit. Die Kosten explodieren, Politiker*innen stolpern, Eröffnungen verzögern sich, das „Publikum“ wundert sich über nichts mehr und freut sich, wenn tatsächlich mal etwas fertig wird (#Elbphilharmonie). Anlässlich der Premiere des zweiten Teils der Tetralogie Staat 1-4 von Rimini Protokoll, Gesellschaftsmodell Großbaustelle (Staat 2) macht sich die Amerikanistin Eva C. Schweitzer ihre eigenen Gedanken zu komplizierten Beziehungsgeflechten und dem mythischen Wert von Großbaustellen. Zum Beitrag...

Wie konnte der Nationalstaat weltweit zur zentralen politischen Organisationsform werden? Warum fällt es heute so schwer, Alternativen zu diesem relativ jungen Ordnungssystem zu denken? Das Programm „Die Jetztzeit der Monster. What Comes After Nations?“ erörterte die Herausforderungen und Grenzen des Nationalstaatensystems, historische Zusammenhänge seiner Genese und alternative Entwürfe zur Reorganisation der internationalen Ordnung. Zum Beitrag...