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Manchmal machen Wörter, was sie wollen. Wer wüsste das besser als Herta Müller? Seit Jahrzehnten beschäftigt die Literaturnobelpreisträgerin sich mit der Widerspenstigkeit und mit der Durchlässigkeit von Sprache. In der kommenden Ausgabe der Gesprächsreihe Wörterbuch der Gegenwart diskutiert sie mit dem Schriftsteller Marcel Beyer darüber, wann Sprache zum Ausdruck des Widerstands wird und wann zum Instrument der Machtausübung. Aus diesem Anlass ein Text aus einer Anthologie der Zeitschrift für Literatur Akzente. Zum Beitrag...

Welche Bedeutung hat Marcel Duchamps Konzept des Readymade für die zeitgenössische Kunst? Um neue Perspektiven auf die berühmten Werke des Künstlers und Aneignungsstrategien in der Gegenwartskunst geht es beim Symposium The Readymade Century im Haus der Kulturen der Welt. Der Kunsthistoriker Dieter Daniels denkt im Journal als Kurator des Programms über die Wirkungsgeschichte des Kunstkonzepts und dessen Aktualität nach. Zum Beitrag...

Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Kunstformen und politischen Systemen? Rabih Mroués Arbeiten kreisen um die gesellschaftliche Situation im Libanon und den östlichen Mittelmeerraum. Für „Why Are We Here Now?“ untersucht er mit Vertreter*innen der Nach-Bürgerkriegs-Kunstszene libanesische Identitätsentwürfe und die besondere Stellung der Lecture Performance. Zum Beitrag...

Welche Form des Theaters kann veränderte Realitäten reflektieren? Mit der Journalistin Katja Petrowskaja spricht der Künstler und Theaterautor Mohammad Al Attar über Noam Chomsky und die internationale Linke, über Migration und militärische Konflikte als gelebte Erfahrung und Theater als politisches Werkzeug. Zum Beitrag auf Englisch...

Mit dem dritten Teil seiner Tetralogie Staat 1–4 erforscht Rimini Protokoll die Geheimnisse von Big Data. Welche Bedeutung der digitale Raum für demokratische Prozesse hat, wie das Internet mit alternativen Partizipations-Angeboten vor allem großen Firmen in die Hände spielt und warum Politik und Wirtschaft im digital age kaum noch voneinander zu trennen sind – darüber schreibt der Internet-Theoretiker Evgeny Morozov im Journal. Zum Beitrag...

Worin besteht der Zusammenhang zwischen der Oktoberrevolution 1917 und Begriffen wie „Kosmos“ und „Unsterblichkeit“? Niemand hat das so klar formuliert wie Nikolai Fjodorow (1829-1903): In seiner„Philosophie der gemeinsamen Sache“ (1906) fordert er die Abschaffung des Todes, die physische Rekonstruktion aller Verstorbenen und – als logische Konsequenz – die Ausbreitung der Menschheit in den Kosmos. Lässt sich gar das gesamte sowjetische Experiment als angewandter Kosmismus bezeichnen? Mit seiner Ausstellung im HKW blickt der Medientheoretiker und Philosoph Boris Groys auf eine bislang wenig beachtete Bewegung dieser Epoche. Ein Gespräch über die Überwindung des Todes, revolutionäre Neuanfänge und die Limitierungen aktueller Körper-Technologien. Zum Beitrag...

Wie kaum ein anderer Ort wird aktuell das syrische Aleppo mit Krieg und Zerstörung in Verbindung gebracht. Der Künstler Mohammad Al Attar widersetzt sich solchen medialen Festschreibungen. Ein Gespräch über intime Narrative, geliebte Orte und widerständige Erinnerung. Zum Beitrag...

Eisenbahnen bilden nicht allein Infrastrukturen. Ihre Schienennetze erzählen auch Geschichten des Kolonialismus und seiner Folgen, so die These der Kuratorin Adania Shibli. Auf ihre Einladung schreibt der Schriftsteller und Filmemacher Philip Rizk über seine Reise von Berlin bis an die Grenze Syriens im Sommer 2017, inspiriert von Alexander Berkman (1870–1936), Anarchist und wichtige Figur des damaligen Widerstandes gegen den US-amerikanischen und russischen Imperialismus, der vor fast 100 Jahren auf den Schienen der Bagdad-Bahn reiste. Zum Beitrag auf Englisch...

Per Zug von Berlin nach Bagdad, von Damaskus nach Mekka: heute kaum vorstellbar – doch das war nicht immer so. Die Autorin und Kulturwissenschaftlerin Adania Shibli über die Geschichte(n) hinter ihrem Programm „After the Wildly Improbable“, über verbotene Bücher, die Utopie des Reisens und Schienen als Zeugen. Zum Beitrag...

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts verschrieb sich der Russische Kosmismus dem Ziel physischer Unsterblichkeit und Wiederauferstehung mithilfe technologischer Mittel. Die Kosmisten waren Wegbereiter der Raumfahrt und strebten die Kolonisierung des Universums durch den Menschen an. Der Künstler Anton Vidokle und der Künstler und Museologe Arseny Zhilyaev sprechen im Journal über Bio-Kosmismus, eine Kunst ohne Tod und das Museum als möglichen Ort einer kuratierten, transhistorischen Wiederauferstehung. Zum Beitrag...