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Schlagwort: Moderne

Der Mensch erweist sich nicht nur als Gestalter der Erde, sondern auch als Gestalter der Tierwelt. Diese Formungen und die massenhafte Nutzung – wenn nicht gar: Ausbeutung – (anderer) Tiere durch den Menschen verursacht großes Tierleid, das vor der Öffentlichkeit meist verborgen und von ihr verdrängt wird. Die Rechtswissenschaftlerin Anne Peters blickt auf die historische Beziehung von „Tier“ und „Mensch“ und fordert globale Standards für Tierrechte vor dem Hintergrund sich auflösender Dichotomien. Zum Beitrag...

Zum Auftakt der Programmreihe Staat 1-4 (2016-2018) von Rimini Protokoll im Dezember 2016 fragte der Philosoph Boris Buden, ob die Demokratie tot sei. Ein gutes Jahr später, anlässlich der Präsentation der gesamten Tetralogie in Berlin, stellt er sich erneut der Frage nach dem Schwinden des staatlichen Einflusses in der politischen Sphäre und der historischen „Wahrheit“ der modernen Demokratie. Eine Hommage an Rimini Protokolls „Expert*innen des Alltags“. Zum Beitrag...

Der Nationalstaat hat sich als internationales Ordnungsprinzip in der Moderne weitgehend durchgesetzt. Wie aber sehen Widerständigkeiten und Alternativmodelle zu seinen konfliktbehafteten Grenzziehungen und kapitalistischen Motivationen aus? Der Politikwissenschaftler James C. Scott betrachtet „Zomia“, ein Hochlandgebiet, das sich über Südostasien und das tibetische Hochland erstreckt und dessen indigene Bevölkerung sich seit jeher der Eingliederung in Imperien und Nationalstaaten verweigert hat. Ein Auszug aus seinem bahnbrechenden Buch „The Art of Not Being Governed“ (2009). Zum Beitrag...

Für seine Installation in der Ausstellung „2 oder 3 Tiger“ rekonstruierte Chia-Wei Hsu zusammen mit der Froschgottheit Marschall Tie Jia deren in der Kulturrevolution zerstörten Tempel von Wu-Yi. Der Künstler erläutert im Journal-Gespräch die Gemeinsamkeiten spiritueller und digitaler Welten, seine prozessgetriebene Arbeit mit lokalen Communities und die Wertschätzung vielzähliger Varianten von Geschichte. Zum Beitrag...

Wie lässt sich eine nicht-essentialistische Vorstellung von Identität entwickeln? Welche Strategien sind nötig, um die Imagination zu dekolonialisieren? Anselm Franke und Hyunjin Kim, die Kurator*innen der Ausstellung 2 oder 3 Tiger, über die kolonialistischen Anfänge weltweiter Überwachung, die Abgründe von Nationalismen historisch und heute und Möglichkeiten der Emanzipation von klassischen Traditionsverständnissen in Ostasien wie im Westen. Zum Beitrag auf Englisch...

Ist die Demokratie tot? Zum Auftakt der Programmreihe Staat 1-4 (2016-2018) von Rimini Protokoll zum Schwinden des staatlichen Einflusses in der politischen Sphäre und den Lücken im System beleuchtet der Philosoph Boris Buden die historische „Wahrheit“ der modernen Demokratie. Zum Beitrag auf Englisch...

Der Künstler Kader Attia – beobachtet der Filmemacher und Komparatist Manthia Diawara – verfügt über eine besondere Gabe: Er kann von Alterität sprechen und von den Traumata, die das koloniale „Andere“ verursacht hat, ohne in Antagonismen zu verfallen. Attias Repair from Occident to Extra-Occidental Cultures veranschaulicht dies in aller Deutlichkeit. Die Arbeit zeigt vertraut erscheinende Masken und Skulpturen aus Afrika und Europa, doch sind sie beschädigt, entstellt. Sie alle bedürfen der Reparatur. Es mag das Trauma sein, auf das Attia anspielt und das gemeinschaftsstiftend wirkt: die geteilte Sehnsucht, wiederhergestellt, repariert zu werden. Die Brutalität der Moderne – die Schuld des Kolonialismus und der Erste Weltkrieg – ist der Ausgangpunkt für die Beziehungen zwischen dem Selbst und dem „Anderen“. Und seien es allein Beziehungen zwischen beschädigten Identitäten, die Attia in seinem Werk so eindrücklich postuliert. Zum Beitrag auf Englisch...