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Mit jedem medialen Wandel verhandeln Bilder das Sichtbare und das Unsichtbare aufs Neue. Der Kunsttheoretiker und Vordenker der Bildwissenschaften W.J.T. Mitchell wagte 1986 eine Untersuchung der Zusammenhänge des Sichtbaren und des Sagbaren. Ein Auszug aus seinem legendären Aufsatz zur Reproduktion von kulturellem Wissen in Bildern – angesichts gegenwärtiger Bildpolitiken des Techno-Kapitalismus aktueller denn je. Zum Beitrag...

Es waren schwierige Zeiten, als Étienne Balibar und Immanuel Wallerstein sich 1981 kennenlernten. Kurz nachdem der Front National seine erste wichtige Wahl gewonnen hatte, wurden die Themen „Rasse“, „Nation“ und „Klasse“ in ganz Frankreich äußert drängend. Der Soziologe und der Philosoph ergriffen die Gelegenheit, alle drei sozialen Konstrukte und deren Verwobenheiten mit Studierenden in einer heute legendären Vorlesungsreihe zu diskutieren. Das spätere Buch Rasse, Klasse, Nation: Ambivalente Identitäten (1988, dt: 1990) fasst Balibars und Wallersteins Forschung zusammen und reflektiert die Verknüpfung rassistischer Strukturen mit nunmehr neu etablierten globalen Klassensystemen von damals bis heute. Die Kulturwissenschaftlerin Manuela Bojadžijev sprach mit beiden Autoren über das Buch und darüber, warum es weiterhin relevant ist. Zum Beitrag...

Als Rasse, Klasse, Nation: Ambivalente Identitäten von Étienne Balibar und Immanuel Wallerstein 1990 in deutscher Übersetzung erschien, waren die Kritiken überschwänglich. Als „konkurrenzlos“ und „zukunftsweisend“ wurde die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit Gesellschaft damals wahrgenommen, allerdings weitestgehend von einem linken, akademischen Publikum. Jahrzehnte später blickt der Migrationsforscher und Journalist Mark Terkessidis erneut auf das Werk und stellt fest, wie spannend seine Rezeptionsgeschichte gerade heute vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit dem Rassismus-Begriff in Deutschland ist. Zum Beitrag...

Zum Auftakt der Programmreihe Staat 1-4 (2016-2018) von Rimini Protokoll im Dezember 2016 fragte der Philosoph Boris Buden, ob die Demokratie tot sei. Ein gutes Jahr später, anlässlich der Präsentation der gesamten Tetralogie in Berlin, stellt er sich erneut der Frage nach dem Schwinden des staatlichen Einflusses in der politischen Sphäre und der historischen „Wahrheit“ der modernen Demokratie. Eine Hommage an Rimini Protokolls „Expert*innen des Alltags“. Zum Beitrag...

Die iranische Insel Kisch hat eine besondere Stellung. Aus politischer und ökonomischer Hybris entstand hier eine globalisierte Freihandelszone. Die Künstler*innen Nasrin Tabatabai und Babak Afrassiabi erzählen die Geschichte der Insel und eines ungewöhnlichen Schiffswracks. Zum Beitrag...

Die binäre Gegenüberstellung von „Rasse“ und Technologie ist ein äußerst problematischer Teil des westlichen Zivilisationsnarrativs. Der Literaturwissenschaftler Louis Chude-Sokei zeigt mit Hilfe von historischen Beispielen und Science-Fiction seine Absurditäten auf. Zum Beitrag...

Gewisse Wörter bestimmen unseren Alltag seit geraumer Zeit, eines davon ist: Angst. Im Zusammenhang mit Flucht, Migration und vermeintlicher Überfremdung fiel es in letzter Zeit besonders häufig. Reflektionen zu einem Gespräch zwischen dem Lyriker und Autor Sinan Antoon, dem Kulturwissenschaftler Joseph Vogl und dem Anthropologen Allen Feldman im HKW über ein Gefühl, das sich auch die Politik zunutze macht. Zum Beitrag auf Englisch...

Der Kultur- und Medientheoretiker Benjamin Steininger von der Gruppe Beauty of Oil erläutert die Verschmelzung der Kohle- mit der Petrochemie seit den 1920er Jahren und skizziert ihre weitreichenden Folgen vom Zweiten Weltkrieg bis heute. Zum Beitrag...

Lebensraumkonzepte haben ihre eigene Zeit. Die Medienhistorikerin Orit Halpern beschreibt die ingenieursgetriebenen Transformationen von Architektur und Design seit der Mitte des 20. Jahrhunderts und wie sie zu Vorstellungen eines technischen Habitats führten. Zum Beitrag...

1948 – ein visionärer Moment, in dem Anti-Genetik, Ideologie und die Untersuchung des Lebens in anderen Welten einander beflügelten. Der Biologiehistoriker Luis Campos wirft ein Schlaglicht auf die „Avant-Garden“ der Züchtungsbiologie, auf ihre Ideen zur Kreierung neuer Organismen und Habitate. Ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Zukunftsvisionen von einst Wirklichkeit werden? Zum Beitrag...