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Worin besteht der Zusammenhang zwischen der Oktoberrevolution 1917 und Begriffen wie „Kosmos“ und „Unsterblichkeit“? Niemand hat das so klar formuliert wie Nikolai Fjodorow (1829-1903): In seiner„Philosophie der gemeinsamen Sache“ (1906) fordert er die Abschaffung des Todes, die physische Rekonstruktion aller Verstorbenen und – als logische Konsequenz – die Ausbreitung der Menschheit in den Kosmos. Lässt sich gar das gesamte sowjetische Experiment als angewandter Kosmismus bezeichnen? Mit seiner Ausstellung im HKW blickt der Medientheoretiker und Philosoph Boris Groys auf eine bislang wenig beachtete Bewegung dieser Epoche. Ein Gespräch über die Überwindung des Todes, revolutionäre Neuanfänge und die Limitierungen aktueller Körper-Technologien. Zum Beitrag...

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts verschrieb sich der Russische Kosmismus dem Ziel physischer Unsterblichkeit und Wiederauferstehung mithilfe technologischer Mittel. Die Kosmisten waren Wegbereiter der Raumfahrt und strebten die Kolonisierung des Universums durch den Menschen an. Der Künstler Anton Vidokle und der Künstler und Museologe Arseny Zhilyaev sprechen im Journal über Bio-Kosmismus, eine Kunst ohne Tod und das Museum als möglichen Ort einer kuratierten, transhistorischen Wiederauferstehung. Zum Beitrag...

Alexandra Kollontai (1872-1952) gilt als eine der bedeutendsten russischen Revolutionär*innen und Feminist*innen. Durch ihre Auseinandersetzung mit den Klassenkämpfen im Zuge der russischen Revolutionen von 1917 kam sie zu der Erkenntnis, dass die Arbeiter*innenklasse ohne die aktive Beteiligung der Frauen und die Aufnahme der „Frauenfrage“ in ihre Programme nicht erfolgreich sein kann. Zeitlebens kämpfte sie für die Durchsetzung dieser Einsicht, wie die Sozialwissenschaftlerin Gisela Notz in ihrem Beitrag anlässlich der aktuellen HKW-HAU-Theaterkooperation „Utopische Realitäten – 100 Jahre mit Alexandra Kollontai“ zeigt. Zum Beitrag...