Schlagwort: Geschichte

Wie beeinflussen Gesetze, die Rechtsprechung und historische Machtverhältnisse die Möglichkeit der Entstehung neuer musikalischer Formen? Der Copyright-Streit um den Song Blurred Lines (2013) von Robin Thicke, Pharrell Williams und Clifford Harris Jr., den ein US-amerikanisches Gericht für ein Plagiat des Songs Got To Give it Up von Marvin Gaye aus dem Jahr 1977 befand, zeigt, so die These des Beitrags von Mel Stanfill: Die Gesetzeslage ist die eine Seite; die Rechtsprechung, geprägt von subjektiven Faktoren ebenso wie historischen Bedingtheiten, eine andere. Zum Beitrag...

Zum Auftakt der Programmreihe Staat 1-4 (2016-2018) von Rimini Protokoll im Dezember 2016 fragte der Philosoph Boris Buden, ob die Demokratie tot sei. Ein gutes Jahr später, anlässlich der Präsentation der gesamten Tetralogie in Berlin, stellt er sich erneut der Frage nach dem Schwinden des staatlichen Einflusses in der politischen Sphäre und der historischen „Wahrheit“ der modernen Demokratie. Eine Hommage an Rimini Protokolls „Expert*innen des Alltags“. Zum Beitrag...

Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Kunstformen und politischen Systemen? Rabih Mroués Arbeiten kreisen um die gesellschaftliche Situation im Libanon und den östlichen Mittelmeerraum. Für „Why Are We Here Now?“ untersucht er mit Vertreter*innen der Nach-Bürgerkriegs-Kunstszene libanesische Identitätsentwürfe und die besondere Stellung der Lecture Performance. Zum Beitrag...

Welche Form des Theaters kann veränderte Realitäten reflektieren? Mit der Journalistin Katja Petrowskaja spricht der Künstler und Theaterautor Mohammad Al Attar über Noam Chomsky und die internationale Linke, über Migration und militärische Konflikte als gelebte Erfahrung und Theater als politisches Werkzeug. Zum Beitrag auf Englisch...

Wie kaum ein anderer Ort wird aktuell das syrische Aleppo mit Krieg und Zerstörung in Verbindung gebracht. Der Künstler Mohammad Al Attar widersetzt sich solchen medialen Festschreibungen. Ein Gespräch über intime Narrative, geliebte Orte und widerständige Erinnerung. Zum Beitrag...

Eisenbahnen bilden nicht allein Infrastrukturen. Ihre Schienennetze erzählen auch Geschichten des Kolonialismus und seiner Folgen, so die These der Kuratorin Adania Shibli. Auf ihre Einladung schreibt der Schriftsteller und Filmemacher Philip Rizk über seine Reise von Berlin bis an die Grenze Syriens im Sommer 2017, inspiriert von Alexander Berkman (1870–1936), Anarchist und wichtige Figur des damaligen Widerstandes gegen den US-amerikanischen und russischen Imperialismus, der vor fast 100 Jahren auf den Schienen der Bagdad-Bahn reiste. Zum Beitrag auf Englisch...

Per Zug von Berlin nach Bagdad, von Damaskus nach Mekka: heute kaum vorstellbar – doch das war nicht immer so. Die Autorin und Kulturwissenschaftlerin Adania Shibli über die Geschichte(n) hinter ihrem Programm „After the Wildly Improbable“, über verbotene Bücher, die Utopie des Reisens und Schienen als Zeugen. Zum Beitrag...

Geschichte wird oft als eine einzige, offizielle Erzählung gehandelt. Der Künstler IM Heung-soon blickt für seine Arbeiten unter die Oberfläche solch monolithischer Narrative und sucht nach den persönlichen Geschichten und einzigartigen Erfahrungen der vielen Individuen, die diesen zugrunde liegen. Mit Miki Kanai spricht er über die Bedeutung von Interviews für seine Arbeit, über Geschichten, die sich mit Worten nicht erzählen lassen und die Bedeutung von Respekt. Zum Beitrag auf Englisch...

Wie konnte der Nationalstaat weltweit zur zentralen politischen Organisationsform werden? Warum fällt es heute so schwer, Alternativen zu diesem relativ jungen Ordnungssystem zu denken? Das Programm  „Die Jetztzeit der Monster. What Comes After Nations?“ erörterte die Herausforderungen und Grenzen des Nationalstaatensystems, historische Zusammenhänge seiner Genese und alternative Entwürfe zur Reorganisation der internationalen Ordnung. Zum Beitrag...

Der Nationalstaat hat sich als internationales Ordnungsprinzip in der Moderne weitgehend durchgesetzt. Wie aber sehen Widerständigkeiten und Alternativmodelle zu seinen konfliktbehafteten Grenzziehungen und kapitalistischen Motivationen aus? Der Politikwissenschaftler James C. Scott betrachtet „Zomia“, ein Hochlandgebiet, das sich über Südostasien und das tibetische Hochland erstreckt und dessen indigene Bevölkerung sich seit jeher der Eingliederung in Imperien und Nationalstaaten verweigert hat. Ein Auszug aus seinem bahnbrechenden Buch „The Art of Not Being Governed“ (2009). Zum Beitrag...

Für seine Installation in der Ausstellung „2 oder 3 Tiger“ rekonstruierte Chia-Wei Hsu zusammen mit der Froschgottheit Marschall Tie Jia deren in der Kulturrevolution zerstörten Tempel von Wu-Yi. Der Künstler erläutert im Journal-Gespräch die Gemeinsamkeiten spiritueller und digitaler Welten, seine prozessgetriebene Arbeit mit lokalen Communities und die Wertschätzung vielzähliger Varianten von Geschichte. Zum Beitrag...

Die Teilung Koreas ist bis heute folgenreich – für die Menschen auf beiden Seiten der Grenze und in allen erdenklichen Lebensbereichen. Die Künstlerin Minouk Lim spricht über die mediale (Nicht-)Bearbeitung der Traumata in der südkoreanischen Bevölkerung, über kollektive Erinnerungen durch geteilte Fernseherfahrungen und über ihre eigene Auseinandersetzung mit Medientechnologien. Zum Beitrag auf Englisch...