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Mehrsprachigkeit und Diversität sind mittlerweile an vielen Schulen selbstverständlich. Der unverkrampfte Umgang damit jedoch noch lange nicht. Jugendliche von zehn bilingualen Berliner Europa-Schulen suchten zwischen Dezember 2016 und Mai 2017 mit dem Projekt „Neue Expert*innen!“ nach alternativen Bildern und Erzählungen, die ihrem komplexen Alltag gerecht werden. Zum Beitrag...

Der Schriftsteller Rana Dasgupta im Gespräch mit dem Soziologen Boaventura de Sousa Santos über den Nationalstaat in der Krise, den Mangel an alternativen Strukturen und die Konsequenzen. Zum Beitrag...

Der Historiker Cemil Aydin über die Folgen des Zerfalls von Vielvölkerstaaten und das Osmanische Kalifat als Symbol weltbürgerlicher Gesinnung. Zum Beitrag...

„Achtung, Aufnahme!“, eine begehbare Klanginstallation von Julia Tieke, übersetzt deutschsprachige Medienberichte über Migration und Flucht in die Sprachen der Betroffenen. Sie konfrontiert die Besucher*innen mit der Situation des Nicht-Verstehens, aber auch mit deutschsprachigen Kommentaren von Übersetzer*innen und Sprecher*innen zu den politischen Hintergründen von Sprachmissverständnissen. Im Interview mit Elisabeth Wellershaus spricht die Radiomacherin und Autorin über Erkundungen, Fallstricke und Wortneuschöpfungen im komplexen Feld der Übersetzung. Zum Beitrag...

Der Film And-Ek Ghes…“ dokumentiert die Ankunft der Roma-Familie Velcu in Berlin. Welchen Stellenwert hat die selbstbestimmte Repräsentation von Migrant*innen und Geflüchteten in der ästhetischen Produktion? Filmemacher Philip Scheffner und Co-Regisseur Colorado Velcu liefern mit ihrer für den Grimme-Preis 2017 nominierten Langzeitbeobachtung einen ungewöhnlichen Beitrag zur Beantwortung dieser Frage. Zum Beitrag...

Die Dahlemer Zeit des Ethnologischen Museums neigt sich ihrem Ende, der Umzug ins Humboldt-Forum steht unmittelbar bevor. Bei einem Themenabend des HKW mit Vorträgen und anschließender Diskussion im Museum ging es um eine der Kernfragen der Museologie: die Komplexität des Begriffs Ding. Museale Dinge sind ihres ursprünglichen Kontextes enthoben, ihre „Migrationsgeschichte“ führte sie an andere Orte und in neue Zusammenhänge. Der Medientheoretiker Arjun Appadurai, der Kulturtheoretiker Tony Bennett und die Museusmwissenschaftlerin Sharon Macdonald haben sich auf die Suche begeben nach alternativen Vorstellungen von den Dingen. Sie haben nach den Akteur*innen und Umständen von Migration gefragt, haben migrierende Dinge zu migrierenden Menschen in Beziehung gesetzt und die Beständigkeit von Objekten der Unbeständigkeit ihrer Bedeutung gegenüber gestellt. Ana Teixeira Pinto hat ihnen zugehört und ihre eigenen Schlüsse gezogen. Zum Beitrag auf Englisch...

Friedhofsgärtnereien sind der Inbegriff des deutschen Gewerbes. Auf dem Jerusalem-Friedhof im Berliner Schillerkiez gibt es auch eine – betrieben hingegen von Geflüchteten als Guerilla-Gardening. In ihrem experimentellen Videoprojekt Terra Nova bringt die Künstlerin Constanze Fischbeck Gärtner, Anwohner*innen und Expert*innen zusammen. Die Geschichte einer vorsichtigen Annäherung. Zum Beitrag...

„Migration und Rassismus sind historisch ganz konkret verschränkt“. Dieses ernüchternde Statement führt die Migrationsforscherin Nanna Heidenreich nicht zur Resignation, sondern zu einem Ansatz, der sich auf praktischer Ebene mit strukturellen gesellschaftlichen Herausforderungen beschäftigt: In ihrem dreiteiligen Projekt „Tonspuren“ setzt sie auf Künstler*innen, die nicht Porträts von Geflüchteten zeichnen, sondern die Zusammenarbeit ins Zentrum ihrer Arbeit rücken – in einer Friedhofsgärtnerei, im Alltagsleben einer achtköpfigen Familie, in der Vielstimmigkeit des Zuhörens. Im Interview stellt sie die Projekte vor und erläutert ihren kuratorischen Ansatz: Projektionsflächen vermeiden, offene Verhandlungsräume schaffen, Selbstbestimmung in den Vordergrund stellen – oder, ganz simpel: ins Gespräch kommen. Zum Beitrag...

Krieg und Displacement gehen Hand in Hand. Was der Historiker Jörn Leonhard in seiner Analyse des Ersten Weltkriegs herausstreicht – die Anonymisierung und Bürokratisierung von Gewalt – beschreibt der Schriftsteller Stefan Zweig exemplarisch anhand eines Einzelschicksals: Der Mensch als zum Scheitern verurteilter Spielball ungenannter, gnadenloser Mächte. Zum Beitrag...

Seit dem Sommer der Migration 2015 zeigt sich: Selbstermächtigung und digitale Werkzeuge sind wesentlich, für Geflüchtete ebenso wie für Ehrenamtliche und Aktivist*innengruppen. Ihr Handeln in Eigeninitiative hat einen gesellschaftlichen Wandel in Gang gesetzt, den es jetzt zu gestalten gilt. Angela Dreßler über die entstehende Zivilgesellschaft 4.0, über die Neuankommenden, über die, die nicht kommen – und warum sie es nicht tun. Zum Beitrag...

Ein echter Austausch ist in der Gesellschaft nicht gefragt, das zeigt der Umgang mit Geflüchteten. Wir brauchen aber eine Kultur des offenen Dialogs, der Differenz aushält und Zeit-Räume für nachhaltige politische Strategien eröffnet. Denn nur die Möglichkeit zur aktiven Teilnahme an der Gesellschaft schützt vor dem Rückzug der Ausgegrenzten in partikulare Gemeinschaften. Zum Beitrag...

Die so genannte „Flüchtlingskrise“ ist nicht eine Krise der Geflüchteten, sondern der Gesellschaft. Ausgehend von dieser simplen Einsicht schlägt Andrew Herscher den Bogen von den Sozialreformen des 19. Jahrhunderts zum „voucher humanitarianism“ des 21: Statt die soziale Frage selbst anzugehen, stürzten sich die damaligen Reformer auf das Phänomen der „Wohnungsfrage“ (Friedrich Engels). Internationale humanitäre Anstrengungen heute wiederum weisen immer stärker in Richtung eines „digital shelter“: Statt den Geflüchteten Wohnraum zur Verfügung zu stellen, erhalten sie Prepaid-Kreditkarten. Zum Beitrag...